• 14. Januar 2026

KI in Übersetzung und Lektorat – mehr als nur Technik: Es geht um Vertrauen und Kontext

Von Dr. Andrea Haarmann

KI in Übersetzung und Lektorat – mehr als nur Technik: Es geht um Vertrauen und Kontext

KI in Übersetzung und Lektorat – mehr als nur Technik: Es geht um Vertrauen und Kontext 750 500 Anne Fries
Die rasante Entwicklung von KI hat viele Prozesse in der Sprachdienstleistungsbranche revolutioniert. Übersetzungen und Lektorate, die früher ausschließlich von Menschen durchgeführt wurden, können jetzt mit Hilfe von neuronaler maschineller Übersetzung (NMT) und automatischer Qualitätssicherung (AutoQA) im Bruchteil der Zeit erledigt werden.

Welche Rolle spielt der Mensch in diesem Umbruch?

KI kann unglaublich schnell und präzise sein, aber sie stößt an Grenzen, was die feinen Unterschiede anbelangt. Es geht nicht nur um Rechtschreibung und Grammatik, sondern auch um Stil, Tonalität und kulturspezifische Anpassung. Dabei ist der menschliche Blick weiterhin unverzichtbar, Stichwort: Transkreation.

Hier kommt der Human-in-the-Loop-Ansatz ins Spiel, unterstützt durch das mehrstufige Agenten-Modell. In einem solchen Modell arbeiten mehrere KI-Agenten in einem koordinierten Prozess Hand in Hand, um die Qualität zu verbessern, während der Mensch die letzte Instanz darstellt. Beispielsweise ist ein Agent für die Übersetzung zuständig, ein zweiter Agent für die Qualitätssicherung im Sinne eines Lektorats/Post-Editings (Rechtschreibung, Grammatik, Stil, sprachliche Kohärenz und Konsistenz, einheitliche Terminologie) und der Mensch als letzte Instanz überprüft, ob die kulturellen Feinheiten und der emotionale Kontext berücksichtigt werden, die vom KI-Agenten möglicherweise nicht erfasst worden sind.

Wie stellen wir uns als Sprachexpert:innen der Herausforderung, den Kontext zu bewahren?

Vertrauen und Kontrolle:
KI kann großartige Arbeit leisten, aber wir müssen die Kontrolle behalten. Nur so können wir sicherstellen, dass maschinelle Vorschläge im richtigen kontextuellen Rahmen angewendet werden, sowohl in der Übersetzung als auch im Lektorat.

Die Psychologie der Interaktion:
Vertrauen in die KI beeinflusst nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern auch, wie wir die Tools einsetzen. Ein reflektierter Umgang sorgt dafür, dass wir die Stärken der KI ausspielen und ihre Schwächen mit menschlicher Expertise ergänzen.

Qualitätssicherung durch den Menschen:
Während KI Übersetzungen schneller und kostengünstiger erstellt, kann sie kritisches Denken und intuitives Verständnis von Muttersprachler:innen im Lektorat und Post-Editing nicht ersetzen. Der Mensch bringt die kulturelle Perspektive mit ein und erkennt die emotionale Tiefe, die in vielen Texten entscheidend ist.

Fazit

KI und Mensch können nur im Tandem eine effiziente und präzise Übersetzung sowie ein fehlerfreies Lektorat liefern. Der Schlüssel liegt darin, Vertrauen in die Technologie zu entwickeln, während der menschliche Faktor weiterhin die Qualität der Ergebnisse garantiert.

Foto: KI-generierte Illustration, erstellt mit OpenAI.

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