• 28. Januar 2026

Menschlich, kritisch, kreativ: mein Umgang mit KI bei der Textarbeit

Von Dr. Andrea Haarmann
Das Bild zeigt einen Schreibtisch, auf dem sich ein Laptop, ein Notizbuch, Schreibutensilien, ausgedruckte Textseiten mit Lupe, Post-it-Haftzettel, eine Brille, ein Smartphone, ein Kaffeebecher und zwei Grünpflanzen befinden. Über dem Laptop schweben eine Glühbirne, ein Gehirn, zwei Sprechblasen und eine Zielscheibe als Symbole für den Prozess der Textarbeit.

Menschlich, kritisch, kreativ: mein Umgang mit KI bei der Textarbeit

Menschlich, kritisch, kreativ: mein Umgang mit KI bei der Textarbeit 750 500 Anne Fries
Vor kurzem wurde ich dazu ermuntert, doch einmal darzulegen, wie ich als „Schreibprofi“ KI-Tools nutze. Ich beschreibe es am besten anhand der Erstellung meiner LinkedIn-Beiträge, die gewissermaßen meine Arbeitsproben sind.

Der Arbeitstitel

Da schaue ich durchaus, was ChatGPT & Co. mir ergänzend zu meinen Ideen vorschlagen. Stellenweise sind richtig gute Aussagen dabei, aber auch der berühmt-berüchtigte KI-generierte Einheitsbrei, die Kopie von der Kopie. Hier trenne ich die Spreu vom Weizen: Was ist aussagekräftig und was kann in Ablage P verschoben werden? Das ist ein iterativer Prozess (zu vergleichen mit Hammer und Meißel), aus dem heraus der Text langsam Gestalt annimmt.

Der Faktencheck

Gerade wenn geschichtliche Fakten oder Zitate genannt werden, ist es mir wichtig, deren inhaltliche Richtigkeit zu prüfen. Auch Quellenangaben hinterfrage ich, denn da halluzinieren ChatGPT & Co. teilweise heftig. Beispielsweise bei Zweifelsfällen der Rechtschreib- und Grammatikprüfung ist es schon vorgekommen, dass die KI mir Verweise auf den Duden nannte, die so nicht zu finden waren.

Ruhen lassen

Was noch wichtig ist: Ich lege den Entwurf vorübergehend beiseite und lasse ihn wie einen Hefeteig ruhen. Das hilft mir dabei, anschließend noch inhaltliche und stilistische Ungereimtheiten aufzudecken und zu eliminieren, für die ich vorher „betriebsblind“ gewesen bin. Das Phänomen, dass ein Problem nach vorübergehendem Beiseitelegen besser lösbar ist, wird in der Psychologie mit dem sogenannten Inkubationseffekt oder auch „Eureka-Effekt“ beschrieben. Hierbei arbeitet das Gehirn unbewusst weiter und kommt zu neuen Einsichten, während man eine Pause einlegt oder sich anderen Aufgaben widmet (was im Gegensatz zur Prokrastination steht, dem Aufschieben von Aufgaben).

Ohren spitzen

Als letzte Instanz meiner Stil- und Plausibilitätsprüfung lasse ich mir den Text vorlesen (bei Word-Dateien über „Laut vorlesen“, bei PDF-Dateien in Adobe Acrobat über „Anzeige > Sprachausgabe > Sprachausgabe aktivieren“). Die auditive Ebene legt oft noch Nachbearbeitungspotenzial frei – Rechtschreib- und Grammatikklöpse eingeschlossen. So kann ich den Beitrag dann ruhigen Gewissens veröffentlichen.

 

Bild: erstellt mit KI-Unterstützung durch DALL·E 2.

Alle Artikel ansehen

 
 

    [f12_captcha f12_captcha-922 captcha:image]

    captcha
    Gib die im Bild gezeigten Zeichen ein:
    Neu laden

    Dieses CAPTCHA hilft sicherzustellen, dass du ein Mensch bist. Bitte gib die geforderten Zeichen ein.